Kartographie der Kunstwelt

Während draußen ein miesepetriges Wetter einen davon abhält, vor die Tür zu gehen, lockt drinnen der Pinsel – oder Abends das Sofa und ein Buch. Eines meiner Lieblingsbücher ist “Karte und Gebiet” von Michel Houellebecq und es passt perfekt zu der deprimierenden Aussicht vor dem Fenster.

Das Buch handelt von Jed, einem sehr erfolgreichen Künstler mit verkorkstem Leben, dessen Beziehung zu seinem Vater (ein wiederkehrendes Motiv bei Houellebecq) und den Frauen (ebenso). Ich mag das Buch, weil es ganz ruhig erzählt und in die Tiefen der Seelen der Protagonisten abtaucht, anstatt die Kniffe anderer Bestsellerautoren anzuwenden und möglichst zackig von Cliffhanger zu Cliffhanger zu springen. Das hat das Buch nicht nötig.

Houellebecq wird immer wieder als besonders intellektuell beschrieben und man vermutet hinter seinen Büchern schwere Kost. Das ist es mitunter auch, aber gleichzeitig schreibt er dies mit einer solchen Leichtigkeit, dass man das Buch problemlos in kurzer Zeit verschlingen kann. Wie viele Gedanken man sich zum Inhalt bleibt einem selbst überlassen. Ob man nur den Kunstbetrieb genießt, oder sich an den Menschen in der Geschichte abarbeitet, das Buch ist großartig!

Ich denke, wer sich mit Kunst beschäftigt, oder gar in diesem Bereich arbeitet sollte das Buch gelesen haben und einen Blick von außen auf die Kunstwelt werfen.

Hier kann man es übrigens bei Amazon kaufen. (Ich verdiene Geld, wenn du dieses  Buch bei Amazon über diesen Link kaufst)

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Inspiration Farbpaletten

Ich liebe Farbpaletten!

Sie zeigen die Harmonien in einem Bild, schulen das Auge und meistens sind sie einfach ein Genuss.

Ich könnte stundenlang mit dem Tablet auf dem Sofa sitzen und mir Fotos anschauen, aus denen eine Palette extrahiert wurde. Danach fühle ich mich, als hätte ich zwei Wochen Urlaub gemacht. Aber es gibt natürlich auch ganz praktische Verwendungszwecke für Farbpaletten: Designer verwenden sie zum Beispiel auf der Suche nach dem perfekt passenden Farbton (jaaaaa, Bräute auch…) und Künstler nutzen sie zur Inspiration wenn sie sich mit Farbe beschäftigen.

Während sich in den letzten Wochen die Webseiten mit Vorschlägen rund um die Pantone Farben des Jahres beschäftigt haben, gibt es noch jede Menge tolle Blogs, die sich davon völlig unbeeindruckt mit Farben, Paletten und Harmonien beschäftigt haben. Hier sind meine absoluten Favoriten!

Ich freue mich auch über Kommentare mit weiteren Blogs, ich bin sicher, es gibt noch mehr!

In Color Balance http://color.romanuke.com/

Ich verstehe den Text leider überhaupt nicht, aber die Bilder sind wunderschön. Hier bekomme ich immer gleich Lust selbst auf Fotostreifzug zu gehen oder den Pinsel in die Hand zu nehmen!

Color Collective http://www.color-collective.com/

Ich glaube Color Collective war der erste Blog, der sich damit beschäftigte. Hier gibt es auch eine eigene Rubrik „Art + Design“, die ich sehr mag. Die Modefotos sind nicht so meins. Dafür finde ich spannend, wie oft mehrere Fotos zusammengestellt werden, die eine gemeinsame Palette haben.

Brandi Girl Blog http://www.brandigirlblog.com/

Ich liebe Brandis Blog, weil sie nicht nur interessante Paletten erstellt, sondern auch über die Hintergründe und Farbtheorie schreibt. Außerdem veranstaltet sie Blog Walks zu Farbpaletten, noch mehr Inspiration 🙂

Design Seeds https://www.design-seeds.com/

Design Seeds ist auch so ein Blog, bei dem man sich augenblicklich entspannt. Die Seite ist wunderschön gestaltet! Hier kann auch jeder mitmachen, die Bloggerin Jessica Colaluca verarbeitet auf der Seite Bilder, die via Instagram mit dem Hashtag #SeedsColor eingereicht werden.

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Ein Kunstlöffelchen voll Zauberkreide

Rakete mit Zauberkreide gezeichnet

Nächste Woche steht der vierte Geburtstag meines Sohnes an und er wünscht sich eine Raketenparty. Schuld daran ist übrigens ein großes Poster von Hervés Tim und Struppi, das wir vor 3 Jahren im Comicmuseum in Brüssel für ihn gekauft haben und das in seinem Zimmer hängt. Ich freue mich hauptsächlich darüber, dass es kein Feuerwehrthema ist und habe ich mit Enthusiasmus in die Dekovorbereitungen geworfen (soll heißen: nächtelang auf Pinterest gesurft, nur um dann ein paar Pappteller mit Raketenmotiv zu bestellen). Bisher liefen in seinem Freundeskreis die Partys so ab, dass die Kinder ins Kinderzimmer geschickt wurden und die Erwachsenen im Wohnzimmer eine Gegenparty veranstaltet haben. Sehr entspannt und ganz nach meinem Geschmack. Leider gab es auf dem letzten Geburtstag zu dem er eingeladen war eine Bastelaktion zur Kinderbeschäftigung… Die Ergebnisse waren zwar sehr schön, aber nun wünscht sich das Geburtstagskind, dass ich mit den Gästen Raketen bastle. Puuuuuh.

Weltraumzeichnungen aus Zauberkreide

Gestern hatte ich die Idee, mit den Kindern eine leuchtende Weltraumszenerie zu zeichen – mit Zauberkreide auf schwarzes Tonpapier. Schlau wie ich bin wollte ich das auch direkt testen.

Was ist Zauberkreide? Bei Zauberkreide handelt es sich um normale Zeichenkreide (Tafelkreide), die mit Zuckerwasser getränkt wurde. Dadurch wird die Farbe kräftiger und die Kreide lässt sich besser auf Papier verarbeiten. Sie staubt durch die Feuchtigkeit nicht mehr so und haftet besser. Es schadet aber trotzdem nicht, das Bild zum Schluss zu fixieren, z.B. mit Haarspray. Die Herstellung ist ganz einfach!

Zutaten für Zauberkreide: Wasser, Zucker, Kreide. Fertig!

Rezept für Zauberkreide:

1 (verschließbares) Gefäß mit breiter Öffnung

100ml Wasser

1 TL Zucker

Das Wasser in das Gefäß füllen, Zucker rein, umrühren. Wenn es mehr sein soll einfach entsprechend mehr Zucker reinmachen. Auf dem Foto habe ich die dreifache Menge genommen. Dann kommt die Kreide rein und man wartet einige Minuten. Fertig 🙂 Wer genug Gefäße zur Hand hat kann gerne für jede Farbe ein eigenes Gefäß verwenden, dann werden die Kreiden nicht schmutzig. Das hält sich aber in Grenzen, es ist normalerweise kein Problem, die Farben zu mischen. Wenn man fertig ist mit zeichnen kann man die Kreide wieder in die Flüssigkeit legen und so noch einige Zeit aufbewahren. Allederdings sollte man auf die Qualität der Kreide achten, damit sie sich nicht völlig auflöst.

Gezeichnet wird auf dunklen Malgründen, z.B. Tonpapier. 

Ein Weckglas voller Zauberkreide.

Ich hatte übrigens schon Probleme damit, dass die Farbe auf Oberflächen fixiert war, wo ich sie eigentlich nur temporär haben wollte (oder gar nicht wie auf dem Kindertisch) und ich die Flecken nicht auf Anhieb wegbekommen habe. Also Vorsicht!

Zauberkreide fertig zum loszeichen

Mein kleiner Künstler war hochmotiviert, allerdings wie immer eher um verschiedene Effekte auszutesten und Wirkungen zu probieren. Er hat also gestern einen „Farbenauflauf“ gezeichnet. Insgesamt war es auch nicht so ergiebig. Das Baby war dabei und hat ihn abgelenkt, so dass er nicht wirklich in den Flow kam und schon nach einer Viertelstunde wieder aufgehört hat.

Die Künstler bei der Arbeit
Ein Weltall aus Zauberkreide

Ach. So ganz nebenbei: Die Kreide sollte ja nicht gegessen werden und es ist ratsam, von vorne herein zu verhindern, dass Baby die Kreide probiert. Sie schmeckt ja nach Zucker und – äh – also meinem Baby hat’s geschmeckt, konnte gar nicht genug davon bekommen.

Ich hoffe ihr habt auch Spaß beim Ausprobieren!

Ich weiß übrigens noch nicht, ob ich das als Aktivität am Kindergeburtstag anbiete. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Zwerge sich selbst geschäftigen sollen.

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Double Vision – doppelt gemoppelt?

Gestern nutzte ich die Schlafzeit meines Babys um zu kucken, was es in der nächsten Zeit für spannende Ausstellungen in der Gegend gibt. Gerade noch rechtzeitig! Denn beinahe hätte ich die Double Vision Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe verpasst. Ich hatte schon vor längerer Zeit geplant dort hinzugehen, aber es dann doch wieder vergessen. Kennt ihr auch, oder?

Um es kurz zu machen: Die Ausstellung ist toll!

William Kentridge,
Untitled (Rhino II), 2007
© William Kentridge

William Kentridge, ein südafrikanischer Gegenwartskünstler und Albrecht Dürer haben sich mit ähnlichen Fragestellungen, Motiven und Medien (Druck! Bücher!) beschäftigt. Die Ausstellung stellt diese gegenüber und lässt den Besucher vergleichen. Jeder Ausstellungsraum beschäftigt sich mit einer spezifischen Gegenüberstellung, z.B. der Beschäftigung mit dem Nashorn (das als Werbeaufhänger dient) oder der Beschäftigung mit Perspektive (die wohl die größte Gemeinsamkeit scheint).

Albrecht Dürer
Das Rhinozeros, 1515
© bpk / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Eine (auch räumliche) Gegenüberstellung erfolgte z.B. mit Kentridges „Remembering the treason trial“ und Dürers „Ehrenpforte“. rund 500 Jahre liegen zwischen diesen beiden großformatigen Drucken, die gegen das Vergessen gedacht sind.

 

William Kentridge,
Remembering the Treason Trial, 2013
© William Kentridge

 

Albrecht Dürer,
Die Ehrenpforte Kaiser Maximilians I.
© bpk/Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin

Die Art und Weise, wie die Werke in einen Kontext gestellt wurden war mir nicht immer zugänglich, aber zum Beispiel ein Studienraum Archiv-Forscherlabor-Charakter in dem theoretische Werke zur Perspektive von Dürer und praktische Umsetzungen von Kentridge hat mich auch atmosphärisch eintauchen lassen. Vielleicht fand ich auch deshalb die hier präsentierte Anamorphose „Medusa“ besonders faszinierend.

Kentridge ist auch für seine Animationsfilme bekannt, viele davon sind auch auf Youtube zu finden. Wobei ich allerdings vermute, dass es sich dabei eher um unrechtmäßige Aufnahmen handelt.  Den in der Kunsthalle gezeigten Filmen wie „Felix in Exile“ und oft in Büchern nach Art von Daumenkinos aufbereiteten Filmen kann man sich nicht entziehen. Sie hypnotisieren und bestechen durch ihre farbliche Reduziertheit.

William Kentridge
Blatt aus: Ubu Tells the Truth, 1996/97
© William Kentridge

Ich bin sehr froh, es gestern noch rechtzeitig in die Ausstellung geschafft zu haben, bevor sie am kommenden Sonntag endet! (Der große von den Zwergen wartet gerade auf die Sternsinger, aber ich glaube sobald die hier waren schlepp ich ihn in die Kunsthalle. Ich denke gerade solche Spielereien wie die Medusa dürften ihm gefallen. Für das Programm der Jungen Kunsthalle ist er leider noch zu jung. Darauf freue ich mich übrigens schon, ich habe meine Zulassungsarbeit für das erste Staatsexamen über Annäherungen an Kunst mit Kindern in Museen geschrieben und weiß daher, was für eine herausragend gute Arbeit die Kunsthalle hier leistet!)

Hier geht es zur Kunsthalle: http://www.kunsthalle-karlsruhe.de/de/ausstellungen/double-vision.html

Der Wikipedia-Eintrag zu Kentridge mit einigen interessanten Verweisen: https://de.wikipedia.org/wiki/William_Kentridge

Der Wikipedia-Eintrag zu Dürer für diejenigen, die heute sonst nichts mehr vor haben: https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_D%C3%BCrer

Es gibt übrigens noch andere schlaue Leute, die bereits vor mir über die Ausstellung bzw. über Kentridge geschrieben haben: Ursula Usakowska-Wolff schrieb über die Ausstellung während ihrer Präsenz in Berlin: http://www.kunstdunst.com/albrecht-duerer-william-kentridge-ein-blick-genuegt-nicht/ und Sarah Kirk Hanley schrieb sehr Interessantes über Kentridges Drucke: http://blog.art21.org/2010/11/05/ink-thinking-aloud-the-prints-of-william-kentridge/#.WG-OI1PhCUk ArtPrintSA zeigt auf deren Seite einige Werke, die es auch in der Kunsthalle zu sehen gibt und einen schönen Eindruck davon vermitteln, was man verpasst, wenn man es nicht bis Sonntag hin schafft 😉 http://www.artprintsa.com/william-kentridge-print-archive-one.html

Übrigens: nein, der Artikel ist nicht gesponsert. Ich habe zwar keinen Eintritt bezahlt, aber das liegt daran, dass ich einen Museumspass besitze 😀

Viel Spaß!

Martina

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Wenn der Wirsing nicht schmeckt

Heute erzähle ich euch von einem künstlerischen Projekt, an dem ich vor einiger Zeit gearbeitet habe. Nun ja, vor längerer Zeit. Ehrlich gesagt sind die Arbeiten von Juli 2005. Damals habe ich mich mit Schattierungen beschäftigt und bin so zu den faszinierenden Strukturen von Wirsingblättern gestoßen.

Durch die knubbelige Oberfläche entstehen tiefe Furchen und Krater, in denen das Licht verschwindet, während es auf den Spitzen besonders hervortritt. Die Verästelung der Blattadern sorgt für eine gewisse Ordnung, die dem Auge Halt bietet.

Ich habe später diese Arbeiten fortgeführt und mit digitaler Bildbearbeitung „neu sortiert“. Heute vielleicht eine Spielerei von Sekunden, doch damals war ich tagelang damit beschäftigt nach dem passenden Filter zu suchen und Effekte auszuprobieren. Hier einige Beispiele:

Das Spiel mit der Unschärfe ist übrigens eher ungeplant entstanden. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Probleme mit den Augen, wusste es aber nicht. Heute frage ich mich, wie ich ganze Fotoserien erstellen und ausstellen konnte, ohne auch nur ein einziges scharfes Foto dabei zu haben. Und wieso das keinem aufgefallen ist!

Ich denke ich nehme diese Arbeiten von damals als Impuls für meine heutigen #20MinutenKunst.

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Ein Monat voller 20 Minuten

Mittlerweile ist es fast ein Monat her, dass ich meine #20MinutenKunst Challenge gestartet habe. Ich hatte mir vorgenommen ein Jahr lang täglich wenigstens 20 Minuten künstlerisch (oder zumindest kreativ) tätig zu sein. Um es kurz zu machen: Das ist irgendwie wie bei einer Diät: Man fängt hochmotiviert an und dann kommt Weihnachten dazwischen!

Was habe ich geschafft?

Ich habe einige Tage wie bei einem Adventskalender ein Notizbuch vollgekritzelt, meist im Schein einer Taschenlampe, kurz vor Mitternacht, möglichst leise, damit mein Baby nicht schon wieder aufwacht. Tagsüber war wenig möglich. Die Zeit, die ich normalerweise habe ging fast vollständig für die Steuererklärung und Weihnachts- bzw. Geburtstagsgeschenke drauf. Dass Ferien sind und der Rest der Familie um mich herum tanzt hilft auch nicht. Aber das ist sicher etwas das ich noch hinbekommen werde. Die Zwerge sollen einfach mitmachen. Außerdem habe ich eine Handtaschenausgabe von Keri Smiths „Mach dieses Buch fertig“ besorgt und trage es mit mir herum. Heute ist der erste Tag an dem ich wirklich bei Tageslicht an einem Tisch arbeiten kann, das habe ich auch gleich für ein Aquarell genutzt. Ich liebe Wasserfarben! Und nicht zuletzt: an einigen Tagen habe ich es sogar geschafft, meine Werke bei Instagram zu posten, aber das scheint mir der größte Haken zu sein, da ich nachts das Handy nicht bei mir habe.

Alles in allem: mit „täglich“ ist bisher nichts. Aber daran will ich weiter arbeiten, denn Kunst tut einfach gut!

Ein viel zu lange ungenutzter Auqarellkasten wurde durch die Challenge wiederbelebt!

So geht es weiter: Ich habe mir einen Wochenkalender zum Ausmalen besorgt, darin will ich Buch führen über meine künstlerischen Aktivitäten. Ohne davon zu wissen hat mir meine Schwägerin noch einen Monatskalender für die Familie zum Ausmalen geschenkt. Vielleicht verwende ich den ebenfalls als künstlerisches Tagebuch. Nächste Woche möchte ich mir auch mal die Zeit nehmen und mir für einige Tage Impulse vorbereiten.

Ich bin gespannt wie der Januar läuft – und ich bin gespannt wie 2017 läuft! Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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Challenge accepted

Nachdem ich hier zu meinem “Impuls in Rot“ geschrieben hatte kam mir die Idee zu einer Challenge: Ich möchte ein Jahr lang täglich mindestens 20 Minuten künstlerisch produktiv sein.

Warum? Warum nicht einfach machen, sondern eine Challenge?

Nun.

Hast du schon einmal ein Vermögen im Künstlerfachhandel ausgegeben und das Material nie eingesetzt?

Hast du auf Pinterest Pinnwände voller Ideen, aber musst bevor du loslegst sicherheitshalber noch weitere Inspiration holen?

Hast du so viele Ideen, dass du dich nicht entscheiden kannst?

Hast du Angst, dein Ergebnis könnte nicht deinen Erwartungen entsprechen und daher fängst du besser gar nicht erst an?

Es gibt keine Ausreden mehr. Auf mich trafen in den letzten Jahren solche Ausreden immer häufiger zu. Sie blockierten mich und hinderten mich daran, mich künstlerisch weiterzuentwickeln.

Ich möchte wissen, wo mich dieser Weg hinführt!

Inzwischen läuft die Challenge unter den Hashtags #20minutesofart und #20minutenkunst auf Instagram. Wer meine Beiträge dort verfolgt wird allerdings feststellen, dass schon jetzt die Regelmäßigkeit sehr zu wünschen übrig lässt. Teilweise liegt dies zum Glück nur daran, dass ich oft kein Smartphone zur Verfügung habe um einen Beitrag zu posten. Leider gibt es aber auch schon zwei Tage an denen ich nichts gemacht habe. Ich denke das Ausstechen von Schneeflocken zählt nicht, auch wenn es Modelliermasse und kein Mürbeteig war. Auch das Basteln von großformatigen Sternen aus Transparentpapier zählt nicht.

Im Moment führe ich meine zwanzig Minuten Kunst übrigens als Adventskalender wie ein Art Diary.

Machst du mit? Vergiss den Hashtag nicht!

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Installationen kinderleicht – Ist das Kunst oder kann das weg?

Immer wieder poste ich auf meinem privaten Instagram-Account Fotos von Installationen, die mein Großer überall hinterlässt. Oft sogar mit Angaben zum Werktitel und dem Hinweis „Das ist Kunst“. In Zukunft wird es diese Installationen auf meinem neuen Instagram-Account artspoon.blog geben. Ja gell, schon doof, dass artspoon als Benutzername schon weg war… Jetzt freue ich mich schon darauf, den neuen Account zu befüllen, doch in der Zwischenzeit gibt es hier einige der Installationen, die ich bereits privat gepostet hatte.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir bei Instagram folgt!

Modern key chains
Modern key chains
Toddler Art
Toddler Art
Ein Hydrant auf meinem Bett
Ein Hydrant auf meinem Bett
Frühlingsinstallation
Frühlingsinstallation
Lutschbehälter
Lutschbehälter
Das muss trocknen, Mama!
Das muss trocknen, Mama!
Foodart
Foodart
Mond hinter Wolken
Mond hinter Wolken
Samen
Samen
Die Inspirationsquelle für mein Kind: Papa.
Die Inspirationsquelle für mein Kind: Papa.
Lachstrockner
Lachstrockner
Ohne Titel
Ohne Titel
Ende einer Performance mit dem Titel
Ende einer Performance mit dem Titel „Großer Grill mit Sahne“
Performances mit den Titeln
Performances mit den Titeln „Spreißel“ und“Kaktus“
Kaktus
Kaktus
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Ausstellung „Die Kerze“ im Frieder Burda Museum

Los geht's in die Ausstellung
Los geht’s in die Ausstellung

Letzte Woche war ich in der Kerzenausstellung im Frieder Burda Museum in Baden-Baden. Das ist so salopp dahergesagt, aber tatsächlich kam es mir ein bisschen so vor. Aufhänger der Ausstellung ist das Bild „Die Kerze“ von Gerhard Richter, weitere Werke aus dieser Reihe und Richters Verortung dieser Werke in seinem Atlas.

Gerhard Richter, Kerze, 1982, Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Gerhard Richter, 2016
Gerhard Richter, Kerze, 1982, Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Gerhard Richter, 2016

Die weitere Ausstellung ist dem Motiv der Kerze in der modernen Kunst gewidmet – scheinbar kein leichtes Unterfangen. Viele Werke sind noch in Besitz des Künstlers, möglicherweise extra für die Ausstellung angefertigt. Kaum eines davon hat mein Sammlerherz angesprochen. So muss es auch Burda gegangen sein, denn am Eingang erhielt jeder Besucher einen Fragebogen; Burda wollte gerne erfahren, welches der Werke seinen Besuchern am Besten gefällt. Anscheinend kann er sich nicht entscheiden, was er kaufen möchte. Dieses Vorgehen fand ich übrigens sehr interessant, ich werde bestimmt irgendwann darauf zurück kommen.

Die Ausstellung ist ein Sammelsurium an Kerzenmotiven, teilweise schwere Kost (eine anrührende Fotografie eines Soldaten in Afganistan „Yaftal-e-Sofla, Afghanistan“ von Anja Niedringhaus), teilweise wunderschöne Beschäftigung mit der Ästhetik (z.B. eine Werkreihe ohne Titel von Karin Kneffel – übrigens von der Galerie zur Verfügung gestellt, also vermutlich noch nicht verkauft) und teilweise Spielereien, die den Eindruck hinterließen mitten aus dem künstlerischen Prozess herausgerissen worden zu sein. Als ich die erste Fassung dieses Artikels schrieb dachte ich, es war kein Werk dabei, das mich sprachlos innehalten lies. Doch nachdem ich erneut in den Fotos geblättert habe wurde die Erinnerung wieder wach.

Es gab sie. Diese Werke bei denen man stehenbleibt, betrachtet, versinkt.

Marina Abramović, Artist Portrait with a Candle (A) aus der Serie With Eyes Closed I See Happiness, 2012 © Marina Abramović / VG Bild-Kunst, Bonn 2016; Courtesy Marina Abramović and Sean Kelly Gallery New York
Marina Abramović, Artist Portrait with a Candle (A) aus der Serie With Eyes Closed I See Happiness, 2012 © Marina Abramović / VG Bild-Kunst, Bonn 2016; Courtesy Marina Abramović and Sean Kelly Gallery New York

Oder diese Werke, die schlicht eine meditative Wirkung haben, wie eine Video-Installation Nam June Paiks.

Nam June Paik, One Candle, 1988, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main © Nam June Paik Estate, Foto: Axel Schneider
Nam June Paik, One Candle, 1988, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main © Nam June Paik Estate, Foto: Axel Schneider

Und dann gibt es noch die Werke, die einen unerwarteten Bezug zum aktuellsten Weltgeschehen haben. Dieses Gemälde von Eric Fischl kann ich nicht sehen, ohne an die Präsidenschaftswahlen in den USA und Donald Trump zu denken. Ich bin schnell weitergegangen. Das wollte ich nicht sehen.

Eric Fischl, Dining Room, Scene 1, 2003 © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Eric Fischl, Dining Room, Scene 1, 2003 © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Wenn eine Ausstellung ein Motiv als zentralen Ausgangspunkt wählt und vielfältige Aspekte beleuchten will, dann möchte man als Besucher danach das Gefühl haben, auch neue Aspekte gesehen zu haben, seinen Horizont erweitert zu haben, seinem inneren Atlas etwas hinzugefügt zu haben. Dieses Gefühl habe ich hier nicht. Hier wurde nur an der Oberfläche gekratzt. Wenn nun aber ein Museum wie dieses Schwierigkeiten hat, zu diesem Thema eine beeindruckende Ausstellung zusammenzutragen, ist dies dann nicht den Künstlern geschuldet, die hier noch nicht in die Tiefe gegangen sind?

Ich denke, ich war nicht alleine mit meinem Eindruck. An der Garderobe konnte ich hören, wie zwei etwas ältere Damen einige Postkarten mit dem zentralen Motiv kauften – um sie als Kondolenzkarten zu verwenden. Auch der Altenverein meines Heimatdorfes hatte einen Ausflug in die Ausstellung gemacht – die meisten Teilnehmer waren wohl enttäuscht und etwas ratlos.

Am 08.12. findet gegen Abend eine Kuratorenführung statt. Vielleicht nutze ich die Gelegenheit und lasse mich davon überzeugen, dass ich nicht genug hingeschaut habe um die Zusammenhänge zu verstehen.

Empfehle ich diese Ausstellung nun oder nicht? Ich denke wer in der Nähe wohnt sollte sich die Ausstellung ansehen, eine weite Fahrt lohnt sich eher nicht.

Die Ausstellung läut noch bis 29.01.2017 Danach startet am 11.02.2017 eine Ausstellung zu Sigmar Polke mit dem herrlichen Titel „Alchemie und Arabeske“. Darauf freue ich mich jetzt schon!

Mehr Informationen gibt es auf der Webseite des Museum: https://www.museum-frieder-burda.de

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Artspoon Alter Ego Scribble

artspoon251016

Heute habe ich ein kurzes Babynickerchen genutzt für einen ersten Entwurf meines Artspoon Alter Egos. Ich mag sie 🙂 Illustration ist nicht gerade meine Spezialität, daher bin ich sehr zufrieden, obwohl oder weil sie so einfach gestaltet ist. Ich hab sie schon seit einiger Zeit im Kopf, seit ich mich zurück erinnert habe, dass ich schon als Teenager am liebsten hauptberuflich Comiczeichner oder Trickzeichner geworden wäre. Damals hatte ich auch eine Figur, die ich immer wieder gezeichnet und verwendet habe, um mich darzustellen. Aber wie das so ist – leider wird man erwachsen, fängt irgendwann das Aufräumen an und wirft solche Sachen weg. Ich glaube nicht, dass ich von diesen Zeichnungen damals welche aufgehoben habe. Sehr schade.

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