Kartographie der Kunstwelt

Während draußen ein miesepetriges Wetter einen davon abhält, vor die Tür zu gehen, lockt drinnen der Pinsel – oder Abends das Sofa und ein Buch. Eines meiner Lieblingsbücher ist “Karte und Gebiet” von Michel Houellebecq und es passt perfekt zu der deprimierenden Aussicht vor dem Fenster.

Das Buch handelt von Jed, einem sehr erfolgreichen Künstler mit verkorkstem Leben, dessen Beziehung zu seinem Vater (ein wiederkehrendes Motiv bei Houellebecq) und den Frauen (ebenso). Ich mag das Buch, weil es ganz ruhig erzählt und in die Tiefen der Seelen der Protagonisten abtaucht, anstatt die Kniffe anderer Bestsellerautoren anzuwenden und möglichst zackig von Cliffhanger zu Cliffhanger zu springen. Das hat das Buch nicht nötig.

Houellebecq wird immer wieder als besonders intellektuell beschrieben und man vermutet hinter seinen Büchern schwere Kost. Das ist es mitunter auch, aber gleichzeitig schreibt er dies mit einer solchen Leichtigkeit, dass man das Buch problemlos in kurzer Zeit verschlingen kann. Wie viele Gedanken man sich zum Inhalt bleibt einem selbst überlassen. Ob man nur den Kunstbetrieb genießt, oder sich an den Menschen in der Geschichte abarbeitet, das Buch ist großartig!

Ich denke, wer sich mit Kunst beschäftigt, oder gar in diesem Bereich arbeitet sollte das Buch gelesen haben und einen Blick von außen auf die Kunstwelt werfen.

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